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"Seine Passionsmusiken gelten als das fünfte Evangelium" – In Mandelbachtal ist eine Ausstellung über Johann Sebastian Bach zu sehen

Erstellt am Freitag, 08. November 2019 11:19

Nicht nur optisch, sondern auch musikalisch wurden am vergangenen Montag die Besucher der Ausstellungseröffnung „Bach und die Bibel“ im Mandelbachtaler Rathaus ins 18. Jahrhundert zurückversetzt. Mit geistlichen Liedern von Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) aus dem „Musicalischen Gesang-Buch“ von Georg Christian Schemelli begann am Montagabend die Eröffnungsfeier im Foyer. Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt von Sängerin Maria Eichler, Mezzosopran und Solisten der Deutschen Radiophilharmonie, die von Kirchenmusiker Timo Uhrig passenderweise am Spinett, einer kleinen Variante des Cembalos, begleitet wurde.

 

 

Timo Uhrig war es dann auch, der in das Thema der Ausstellung einführte: „Grundlage für Bachs Schaffen als Komponist war der Choralgesang der evangelischen Kirche,“ so Timo Uhrig, „Sein Wirken war die Krönung des musikalischen Barock. Die Stimmführung in seinen Werken ist von ursprünglicher Lebendigkeit geprägt, seine Harmonien sind voll ausdrucksstarker Kühnheit. Fuge und Kanon haben bei Bach ihre endgültige Gestalt in höchster Reife gewonnen. Die Chöre und Arien seiner Kantaten und Passionen greifen die biblischen Texte auf und verschmelzen Text und Musik in unerhörter Kraft und Eindringlichkeit!“ schwärmte Timo Uhrig, der mehrere Chöre leitet und auch stellvertretender Verbandschorleiter des Saarländischen Chorverbandes ist.

 

„Sein ausgeprägter Sinn für Strukturen ist Abbild der lutherischen Auffassung, wonach die Musik das Abbild der göttlichen Schöpfungsordnung und Vorgeschmack himmlischer Freuden ist; Ziel seines Schaffens war „Gottes Ehre und die Recreation des Gemüths”, dabei wusste er immer von Not und Kummer des Menschen, spracht vom Tod und von der Hoffnung. Seine Musik atmet bis heute spirituellen Optimismus über konfessionelle und kulturelle Grenzen hinweg!“

 

Der Vorsitzende des Verkehrsvereins Mandelbachtal Manfred Pfeiffer hat die interessante Ausstellung von der Melanchtonakademie Bretten im Kraichgau nach Mandelbachtal geholt. Er bezeichnete Johann Sebastian Bach als einen der wichtigsten Komponisten in der Geschichte der Musik. "In seiner Hauptschaffensperiode war er Thomaskantor zu Leipzig. Seine Werke beeinflussten nachfolgende Komponistengenerationen und inspirierten Musikschaffende zu zahllosen Bearbeitungen. Seine Werke gehören weltweit zum festen Repertoire der klassischen Musik!"

 

Die in Ormesheim gezeigte Ausstellung informiert über die Bedeutung und die praktische Verwendung der Bibel in Bachs Werk, in seiner Familie und seinem persönlichen geistlichen Leben. Sie wurde von Prof. Dr. theol. Martin Petzoldt (1946-2015), einem international anerkannten Bachforscher, im Auftrag der Leipziger Bibelgesellschaft erarbeitet.

 

Die Ausstellung ist noch bis 28. November 2019 im Rathaus in Mandelbachtal zu sehen. Sie wird vor Ort von der Kreissparkasse Saarpfalz und der Gemeinde Mandelbachtal unterstützt. Besucht werden kann sie während der Öffnungszeiten des Rathauses vormittags von Montag bis Freitag jeweils von 8:30 bis 12:00 Uhr und nachmittags am Montag und Donnerstag von 13:00 bis 15:30 Uhr, sowie am Mittwoch von 13:00 bis 17:30 Uhr. Eine Sonderöffnung am Abend findet am Dienstag, 19. November statt, wenn das Rathaus von 19.00 bis 21.00 Uhr geöffnet ist. Der Eintritt ist frei.