Geschichte

Erstellt am Mittwoch, 11. Mai 2011 10:57

ImageVom Oberlauf bis zur Mündung des Mandelbaches finden sich heute noch zahlreiche Kopfweiden. Nur selten allerdings zeigen sie die eigentümliche Form, welche vom jährlichen Schnitt herrührt. Kopfweide, Korbweide, Mandel, immer ist der gleiche Baum gemeint. Seine Blätter ähneln denen des Mandelbaumes. Aus den Ruten flocht man in früheren Zeiten die für die ländliche Wirtschaft unentbehrlichen Körbe. Der Baum gab dem Bach an dessen Ufer er damals wie heute häufig anzutreffen ist den Namen. Kurz vor seiner Mündung in die Blies lag einst der Ort Mandelbach (erstmals erwähnt 1239), heute ein Teil des Dorfes Habkirchen. Der Name "Mandelbachtal" für acht ehemals selbstständige Dörfer ist somit recht einleuchtend.

Die 1974 durch die Gebietsreform entstandene Gemeinde erstreckt sich über eine Fläche von fast 59 qkm und zählt heute fast 11.800 Einwohner. Wenn auch nicht alle Gemeindebezirke im Tal des Mandelbaches liegen, erkennt man bei den Bewohnern gleiche Lebensart und kulturellen Ursprung. Zahlreiche Funde aus keltischer Zeit, stellvertretend sei die prachtvolle Schmuckfibel aus Wittersheim erwähnt (heute im Museum für Vor- und Frühgeschichte, Saarbrücken), weisen auf eine Besiedlung in vorchristlicher Zeit hin. Es kamen die Römer und mit ihnen ein enormer kultureller und wirtschaftlicher Aufschwung. Bei Bauarbeiten kamen hin und wieder Mauerreste zum Vorschein, beispielsweise im Bereich der Kirche von Erfweiler-Ehlingen. Münzen und Scherben von Terra sigillata wurden gefunden. Im 3. Jahrhundert nach Christus erlebte die Gallorömische Bevölkerung schwere Zeiten. Germanische Volksstämme fielen ein, brannten alles nieder, und ergriffen im Laufe der folgenden drei Jahrhunderte endgültig Besitz. Neue Lebens- und Siedlungsformen breiteten sich aus. Die Heim- und Ingenorte (5. bis 8. Jahrhundert) entstanden. Das Christentum, das römische Siedler und Legionäre mitgebracht hatten, ging vorübergehend unter. Dann kam von der Insel Reichenau über das Elsaß der Klostergründer Pirminus nach Hornbach und gründete dort sein letztes Kloster, in dem er auch begraben wurde.
Von hier aus missionierten die Mönche des Hl. Benedikt den Gau. Die guten Böden ließen ertragreichen Ackerbau zu. Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Eigentümern, wie z.B. Bliesgaugrafen und dem Kloster kamen auf und hielten viele Jahrhunderte an.

Grenzland zu Frankreich ist die Gemeinde immer gewesen und ist es auch heute noch in der Südostecke des Bundeslandes Saarland. Eingebettet in eine Landschaft von eigentümlichen Reiz, es handelt sich um einen Ausläufer des lothringischen Hochplateaus mit unterem, mittleren und oberem Muschelkalk, sind alle Dörfer von artenreichem Streuobstanbau umgeben. Die Bewohner sind

sich der Vorzüge ihrer Heimat wohlbewußt. Was Natur und Tradition ihnen überlassen haben, wissen sie in ein gutes Licht zu rücken.

Beim Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" gab es schon mehrfach Medaillen: Einmal "Gold" für Bliesmengen-Bolchen, einmal "Gold" und zweimal "Silber" für Habkirchen, und einmal "Gold" und zweimal "Silber" für Erfweiler-Ehlingen.